Landtagspräsident Wolf wies vor der Verleihung darauf hin, dass es für ihn und andere Gäste wichtig sei, dass sie wissen, was sie erwarten, wenn sie sich für einen Betrieb entscheiden, und genau das leisten seiner Meinung nach die Hotelsterne. Wilhelm Schofer, Vorsitzender der Fachgruppe Tourismus und Hotellerie, merkte an, dass es eben nicht nur darum gehe, herausragende Betriebe im Vier- oder Fünf-Sterne-Bereich hervorzuheben. Er wünsche sich, dass im Gegenteil noch mehr grundsolide geführte Hotels im Zwei- oder Drei-Sternebereich sich an der Klassifizierung beteiligen.
Die "Deutsche Hotelklassifizierung" ist ein bundesweit einheitliches Klassifizierungssystem, das es einerseits den Hotels erleichtern soll, sich eindeutig am Markt zu positionieren. Das aber andererseits auch diesen Markt für die Gäste transparenter macht. Die Teilnahme ist für die Hotelbetriebe freiwillig. Das Klassifizierungssystem teilt nach internationalem Vorbild in fünf Gruppen: ein Stern, zwei Sterne, drei Sterne, vier Sterne und fünf Sterne.
Es werden ausschließlich objektive Kriterien wie Zimmerausstattung und Dienstleistungsangebot bewertet. Subjektive Eindrücke haben grundsätzlich keinen Einfluss auf das Bewertungsergebnis. Zur genaueren Unterscheidung gibt es den Zusatz „garni“ für Betriebe, die kein gastronomisches Angebot haben. Der Zusatz "Superior" kennzeichnet jene Betriebe zusätzlich, die in ihrer Kategorie ein besonders hohes Maß an Dienstleistungen aufweisen und deutlich mehr Punkte erreichen als für ihre Kategorie nötig wäre. . Die Klassifizierung ist drei Jahre gültig und muss dann neu beantragt werden.
Durch repräsentative Gästebefragungen wird eine sichere Grundlage für regelmäßige Anpassungen der Kriterien an die sich stetig wandelnden Gästewünsche geschaffen. Das führte seit Einführung der Hotelklassifizierung zu einer hohen Akzeptanz auf beiden Seiten: Auf der einen Seite geben mehr als 80 Prozent der befragten Gäste an, dass für sie die Zahl der Sterne das ausschlaggebende Kriterium bei der Wahl eines Hotels ist. Auf der anderen Seite haben sich bundesweit schon weit über 8000 Hotelbetriebe nach den Kriterien der „Deutschen Hotelklassifizierung“ bewerten lassen, in Baden-Württemberg sind es rund 1600.